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Für einen Kanton Bern der Vereinbarkeit

  • 5 days ago
  • 2 min read

Die Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind in der Schweiz und damit auch im Kanton Bern ungenügend. Gerade Familien mit kleinen Kindern sind im heutigen System extrem gefordert und bringen Kinderbetreuung und Erwerbsarbeit kaum unter einen Hut. Um dies zu ändern, müssen wir die Familien entlasten und die Arbeitszeit deutlich familienfreundlicher gestalten. Es braucht deshalb eine echte Elternzeit, gebührenfreie Kitas und eine Reduktion der Arbeitszeit.

 

Echte Elternzeit

Familien mit kleinen Kindern sind extrem gefordert. Um dies zu verbessern, müssen wir ganz am Anfang ansetzen – nämlich mit einer Elternzeit nach der Geburt des Kindes. Viele andere europäische Länder kennen die Möglichkeit einer solchen bezahlten Auszeit von der Erwerbsarbeit nach der Geburt. Die Erfahrungen aus diesen Ländern zeigen, dass eine genügend lange Elternzeit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf deutlich verbessert. Nachdem eine Elternzeit auf kantonaler Ebene leider abgelehnt wurde, müssen wir nun eine eidgenössische Lösung anstreben. Die Familieninitiative geht da in die richtige Richtung. Für eine echte Elternzeit braucht es aber noch Verbesserungen. Ein allfälliger Gegenvorschlag müsste dem Mutterschutz ernsthaft Rechnung tragen.

 

Gebührenfreie Kitas

Die familienergänzende Kinderbetreuung ist wie die Bildung in der Volksschule eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und damit Teil des Service Public. Sie soll deshalb wie die obligatorische Schule gebührenfrei und für alle zugänglich sein. Das bedeutet, dass Kitas und Tagesfamilien wie die Kindergärten und Schulen öffentlich finanziert werden müssen. Eine Finanzierung mit öffentlichen Mitteln ist gerechter, weil damit höhere Einkommen und Vermögen mehr bezahlen als tiefere. Familienergänzende Kinderbetreuung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die sich auch volkswirtschaftlich lohnt. Mit einer gebührenfreien Kinderbetreuung investiert der Kanton Bern somit in die Zukunft.

 

Kürzere Arbeitszeit

In immer mehr Staaten und Unternehmen wird die Reduktion der Arbeitswochenzeit ausprobiert. Island testete zum Beispiel schon zwischen 2015 und 2019 eine 4-Tage-Woche und führte aufgrund der guten Erfahrung ab 2021 die 35-Stundenwoche für alle ein. Die Erfahrungen zeigen, dass sowohl die Angestellten als auch die Unternehmen von einer Arbeitszeitreduktion profitieren. Die kürzere Arbeitszeit führt zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus und steigert ganz allgemein die Work-Life-Balance. Deshalb soll der Kanton Bern als Arbeitgeber mit einem guten Vorbild vorangehen und für seine Mitarbeitenden die Arbeitszeit bei gleichem Lohn auf 38 Stunden pro Woche verkürzen.

 
 
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Bild: GKB, 16.09.2023

Manu Friederich

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