Emotionale Energiewende | Hauptstadt, 25.11.2025
- David Stampfli

- Nov 24, 2025
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Updated: Dec 30, 2025
Im Oberhasli liegt der grösste Schatz des Kantons Bern. Für die Energiewende ist er unverzichtbar. Und deshalb ist am Dienstag im Grossen Rat hart um ihn diskutiert worden. Der geplante Neubau eines Stausees unter dem Triftgletscher (Sustengebiet) sowie die Staumauererhöhungen am Oberaar- und Grimselsee sollen die Speicherkapazität erhöhen, damit der Zubau von Solarstrom überhaupt Sinn macht. Wenn Solarstrom fliesst, kann damit Wasser in die Speicherseeen gepumpt werden, das Strom produziert, wenn die Sonne nicht scheint.
Die Anlagen im Oberhasli gehören der Kraftwerke Oberhasli AG (KWO). An der KWO zur Hälfte beteiligt ist der Energiekonzern BKW, der seinerseits zu 52 Prozent dem Kanton Bern gehört. So ist das Berner Kapital der Energiezukunft organisiert. Damit verbunden sind die Aussicht auf Millionenerträge, die Sorge um die Versorgungssicherheit, die Sicherung von Arbeitsplätzen in einer peripheren Region. Und unverdaute Gefühle gegenüber der einflussreichen BKW.
All dies trat am Dienstag im Grossen Rat an die Oberfläche: Man könnte die ungewöhnlich intensive Debatte als Machtkampf um die KWO bezeichnen. Sie führte zu einem Entscheid, an dem weder die Regierung noch die BKW Freude haben. Der Regierungsrat muss seinen von der BKW unterstützten Plan überarbeiten, ob und wie die Aktionärsanteile an der KWO verändert werden sollen.
SP-Fraktionssprecher David Stampfli stellte sich uneingeschränkt hinter die bürgerliche Regierung. «Wenn wir eine Chance haben, den Kanton zu stärken, sollten wir sie packen», sagte er. Den Bericht jetzt zurückzuweisen, bringe nur Unsicherheit und sei ein falsches Zeichen, das zu Verzögerungen bei den Ausbauprojekten führen könne: «Die Energiewende darf nicht verschoben werden», warnte Stampfli.
Allerdings: Gegen die Stimmen von SP und EVP setzte sich ein Rückweisungsantrag von FDP, SVP, GLP und Mitte durch, der die Kantonsregierung beauftragt, bis zur Sommersession 2026 eine präzisierte Strategie vorzulegen. Insbesondere sollte dort zusätzlich verankert sein, dass die KWO ihre Eigenständigkeit und den Hauptsitz in Innertkirchen behält und eine Verzögerung der Ausbauprojekte ausgeschlossen wird.











