Für eine Aufhebung der Kollektivstrafen
Im Nachgang zu den unschönen Vorkommnissen rund um das Europa League Spiel des BSC Young Boys gegen Aston Villa in Birmingham vom 27.11.2025 wurden Stimmen laut, die in der Schweiz ein strengeres Vorgehen gegen Straftaten rund um Sportanlässe fordern. Verantwortliche von Straftaten müssen selbstverständlich gezielt verfolgt und sanktioniert werden. Entscheidend ist aber, dass ausschliesslich die Täter:innen sanktioniert werden und nicht eine ganze Gruppe in Geiselhaft genommen wird. Leider geschieht genau das bereits in der Schweiz mit dem Kaskadenmodell.
Die Folge davon sind Kollektivstrafen wie Sektorensperrungen. Auf diese Weise werden die grösstenteils friedlichen Zuschauer:innen grundlos bestraft. Das ist nicht nur unverhältnismässig, sondern auch rechtsstaatlich bedenklich. Die Vorkommnisse von Birmingham sollen zu einem Umdenken führen: Wir müssen nicht nur Einzeltäter:innen gezielt verfolgen, sondern auch die problematischen Kollektivstrafen hinterfragen. Der Kanton Bern soll sich deshalb bei den anderen Kantonen dafür einsetzen, dass Kollektivstrafen aus dem Kaskadenmodell gestrichen werden.
Zielführender als Sanktionen und längerfristig kostensenkend ist immer noch die Gewaltprävention. Gemessen an der geringen Zahl an Vorfällen im Kanton Bern wird hier bereits sehr gute Arbeit geleistet. Um diese noch zu optimieren, soll der Regierungsrat die bestehenden Mittel sicherstellen und zusätzliche bereitstellen, um die Fanarbeit der Vereine im ganzen Kanton zu fördern und stärker zu unterstützen.
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