Grosser Rat stimmt für Ausbau | Berner Zeitung, 17.03.2022

Mit Ausnahme von SVP und EDU fordert das Berner Kantonsparlament geschlossen eine ÖV-Offensive. Man sei dran, sagt SVP-Regierungsrat Christoph Neuhaus.

Ist im Staate Bern eine Revolution im Gang? Fast könnte man es meinen, wenn im bürgerlichen Kanton ein Vorstoss nach dem an- deren überwiesen wird, der einen Ausbau des öffentlichen Verkehrs verlangt – so geschehen diese Woche im Grossen Rat. Selbst jene Motion, die im Titel die verschiedenen Forderungen komprimiert – «ÖV-Offensive für den Kanton Bern» –, fand mit 98 Ja- gegen 44 Nein-Stimmen (2 Enthaltungen) eine klare Mehrheit. Ausser SVP und EDU stimmten sämtliche Fraktionen geschlossen dafür.

Eine Revolution also? Nein, so würde es David Stampfli (SP), Autor des Vorstosses, den er mit Vertretern von Grünen, EVP, GLP und FDP einreichte, nicht nennen. «Aber von einer Wende in der Verkehrsdebatte kann man schon sprechen», findet er. «Es ist eine klare Ansage des Parlaments an die Kantonsregierung, dass diese aufzeigen soll, wie der ÖV-Anteil am Gesamtverkehr deutlich erhöht werden kann.»

Heute macht der ÖV im sogenannten Modalsplit 27 Prozent aus, auf den motorisierten Individual- verkehr (MIV) entfallen 63 Prozent (10 Prozent auf den Langsamverkehr). «Der Verkehr ist in der Schweiz für ein Drittel der CO2-Emissionen verantwortlich», sagt Stampfli. «Entsprechend haben wir hier einen grossen Hebel, die Schadstoffbelastung zu reduzieren.» Damit dieser Effekt greifen könne, brauche es aber «zusätzliche gute ÖV-Angebote.»


Artikel in der Berner Zeitung

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