Das Graffiti-Sommerloch | Der Bund, 30.07.2014

 

Die Graffiti in der Stadt Bern mehren sich, weil das Tiefbauamt seine Reinigungsarbeiten eingestellt hat. Das stösst auf Unverständnis Gewerbe und in der Politik. Gerade die denkmalgeschützte Lorrainebrücke – unweit der Reitschule – ist besonders stark betroffen.

 

 

 

Sie sind rot, lila, blau, rosa oder schwarz – und es werden immer mehr: Die Rede ist von Graffiti auf der Lorrainebrücke. Mittlerweile sind es bereits über 60. Die Stadt Bern ist sich dieser Tatsache bewusst, greift aber absichtlich nicht ein. «Aufgrund der Sparmassnahmen des Gemeinderats für das Jahr 2014 werden in diesem Jahr keine Tiefbauamt-eigenen Infrastrukturen gereinigt», sagt das Tiefbauamt auf Anfrage. Dies betreffe Strassen, Stützmauern, Brücken und Unterführungen. Nur rassistische, sexistische und ehrverletzende Graffiti und Tags würden noch entfernt.

 

Für Stadtrat David Stampfli (SP) gehören Graffiti zu einer Stadt. «Stellen Sie sich eine Stadt wie Berlin ohne Graffiti vor.» In Bern habe es nicht so viele Graffiti. «Bei dieser Thematik wird oft ein Problem herbeigeredet.» Das Tiefbauamt habe sich für «eine weniger schmerzhafte Sparmassnahme» entschieden, so Stampfli. «Ich habe es lieber, wenn bei der Graffiti-Entfernung gespart wird als bei der Velo-Infrastruktur.» Es gebe aber Orte, wie das Bundeshaus, bei denen Graffiti eher störten als auf Brücken.

 

 

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