Raumplanung: Verdichten in den Zentren

Die Zukunft der Schweiz liegt in den urbanen Zentren. Deshalb ist eine sinnvolle Verdichtung in den Städten und grösseren Gemeinden nötig. Neue Überbauungen sollen die Lücken zwischen Nachbarsgemeinden schliessen, günstigen Wohnraum bieten, für den Langsamverkehr gut erschlossen und möglichst autofrei sein. Fusionen von Gemeinden sollen als Chance gesehen werden, aber nicht unter Zwang vollzogen werden.

Der Kanton Bern muss aber auch zu seiner Landschaft und zu seinen wertvollen grünen Oasen Sorge tragen. Der Aare-Raum und die Wälder sind für Überbauungen Tabu. Ein Projekt wie die «Waldstadt Bremer» löst das Zersiedlungsproblem überhaupt nicht. Stattdessen zerstört es Naherholungsraum und es schafft zudem ein Präjudiz, indem Wald für Wohnungen gerodet wird. Die momentane gesetzliche Lage lässt den Bau einer Waldstadt ohnehin nicht zu, wie selbst der Gemeinderat der Stadt Bern im November 2013 festhielt. Deshalb macht es mehr Sinn, Bauprojekte anzupacken, die juristisch und politisch machbar sind.

 

Der Kanton Bern soll die Gemeinden beim Verdichten unterstützen. Die in der Stadt Bern vom Volk beschlossene Überbauung Viererfeld / Mittelfeld ist ein sehr gutes Beispiel dafür. Bei der Umsetzung muss nun die ansässige Quartierbevölkerung direkt einbezogen werden. Weitere interessante Optionen in der Stadt Bern wären eine Stadtreparatur beim Ostring mit der Überdeckung der Autobahn, eine Umnutzung des Kasernenareals und natürlich das Gaswerkareal. Dabei muss das Jugend- und Kulturzentrum Gaskessel unbedingt erhalten bleiben. Hier sollte auch der Kanton Bern mithelfen, sind es doch junge Menschen aus dem ganzen Kanton, die den «Chessu» regelmässig besuchen.

 

David Stampfli | März 2018

 

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